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Ein motivierendes Gefühl Drucken E-Mail
Montag, den 15. Februar 2010 um 21:32 Uhr

Stolz sein"Stolz sind wir auf das, was wir gut können! Es bringt uns Selbstbewusstsein und oft auch Anerkennung. Unsere starken Seiten - sie motivieren uns, diese persönlichen Stärken immer wieder zu zeigen und sie weiterzuentwickeln…" so heißt es in der Einleitung dieses Internetportals. Der bekannte deutsche Hirnforscher Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer kommt nun durch Untersuchungen zu der Erkenntnis, dass Stolz ein antreibender "emotionaler Eckpfeiler" ist und sozial attraktiver macht.

Sein Beitrag "Warum sind wir stolz?" (im Newsletter des Transferzentrums für Neurowissenschaften und Lernen, Nr. 7/ 31. Januar 2010) ist eine wissenschaftliche Bestätigung der Erfahrungen, die wir seit 2004 mit dem Projekt Starke Seiten machen. Er liefert mit seinen Untersuchungsergebnissen und Schlussfolgerungen - nahezu maßgeschneidert für das Projekt Starke Seiten - die Begründung, warum es pädagogisch wertvoll ist, wenn Kinder und Jugendliche stolz sind auf ihr Können.

                                                            Stolz sein auf sein Können

Schaut her - ich kann ... !

Nach seinen Erkenntnissen…

  • erhöht Stolz das Durchhaltevermögen
  • motiviert Stolz bei der Überwindung von Hindernissen (vor allem beim Lernen)
  • führt Stolz zu mehr Arbeit am Projekt, spornt zu Leistungen an
  • führt Stolz zu größerer Beliebtheit, zu sozialer Anerkennung

Authentischer Stolz, der durch einen Erfolg begründet ist – in Abgrenzung zu unberechtigtem Stolz (= Hochmut) ist also ein Gefühl, dass im pädagogischen Bereich eine große Wirkung entfalten kann, indem es Schülerinnen und Schülern offensichtlich Schaffenskraft gibt, Kraft und Motivation, Schwierigkeiten zu überwinden und zur Beliebtheit, damit zur besseren Integration beiträgt. Im Projekt STARKE SEITEN spielt dieses Gefühl eine große Rolle und die beschriebenen Wirkungen, sie können für dieses Projekt nur bestätigt werden.

Präsentation Präsentation Schach Präsentation Einrad

Psychologische Forschung: Große Potenziale für pädagogische Praxis

Auch außerhalb des Projekts STARKE SEITEN scheint es für die wissenschaftlichen Erkenntnisse vielfältige Anwendungsmöglichkeiten zu geben. Diese Fragen und Tipps könnten Pädagogen weiterbringen auf der Suche nach sinnvollen Anwendungen:

  • Welche Gelegenheiten gibt es, um Kindern und Jugendlichen Könnens-Erfahrungen zu ermöglichen? (Projekte, Spiele, Schulfächer, Hobbys, Vereinstätigkeiten, …)
  • Welche Möglichkeiten gibt es für Kinder und Jugendliche, um ihr Können vor anderen zu zeigen, zu präsentieren? (Veranstaltungen, Feste, Projektausstellungen, Referate, Schulfächer/Unterricht, Verantwortungsaufgaben, Elternabende, …)
  • Welche pädagogischen Mittel können (berechtigten) Stolz verstärken/induzieren? (authentisches Lob, Zuwendung, überraschte positive Äußerungen, "Schulterklopfen", Weiterempfehlungen, Urkunden/ Zertifikate, öffentliche Auszeichnungen …)
  • Welche weiterführenden und fördernden Angebote können den so motivierten Kindern und Jugendlichen gemacht werden? (freiwillige Projekte, Referate, neue Spiele, Verantwortungsaufgaben, "Schülerhelfer" im Unterricht, …)
  • Wie können die so erbrachten Leistungen das Leben der Kinder und Jugendlichen bereichern, wie können sie genutzt werden? (Hobby/Beruf)

So bieten die Ergebnisse der veröffentlichten Untersuchungen im Beitrag "Warum sind wir stolz?" u.a. Eltern, Erziehern, Lehrern viel Raum für konkrete pädagogische Nutzungen und bedeuten starken Rückenwind für das Projekt "STARKE SEITEN", da sie dessen Wirkungen im Nachhinein deutlich bestätigen. Die Erkenntnisse geben uns Sicherheit, auf dem richtigen Weg zu sein und sind eine deutliche Ermutigung, das Projekt Starke Seiten weiterzuführen und weiterzuentwickeln.

                                                           Bewundernswerte Bausteintechnik

Quelle des Newsletter-Beitrags von Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer:

Warum sind wir stolz? Newsletter Nr. 7 vom 31. Januar 2010 des Transferzentrums für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL) (erschienen in: Zeitschrift Nervenheilkunde NHK 4/2009, Schattauer Verlag) Link zum Beitrag:  http://www.znl-ulm.de/newsletter/stolz.pdf

Hintergrund

Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer ist Direktor der Psychiatrischen Universitätsklinik in Ulm und Leiter des Transferzentrums für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL). Die Aufgaben und Ziele des ZNL werden auf der Startseite der Internetpräsens näher beschrieben:
Das Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen in Ulm überträgt Erkenntnisse der Neurowissenschaften zum Lernen von der Theorie in die Praxis. Das interdisziplinär arbeitende Team aus Psychologen, Pädagogen und anderen Wissenschaftlern

  • betreibt dazu Grundlagenforschung,
  • führt Evaluationen durch und
  • begleitet Bildungseinrichtungen in der Weiterentwicklung ihrer pädagogischen Arbeit.

"Das  ZNL arbeitet seit seinem Bestehen in Studien unterschiedlichster Art daran, die Brücke zwischen der Neurowissenschaft und der Praxis zu bauen." (Dr. Katrin Hille, ZNL, Beitrag "Editoral" im Newsletter Nr. 7/ 31. Januar 2010)