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Werkstoffprüfer - ein starker Beruf Drucken E-Mail
Mittwoch, den 06. Januar 2010 um 18:01 Uhr

Werkstoffprüfer_kleinEine gemeinsame Aktion der Kooperationspartner Applus RTD, Bochum und Möhnesee-Schule bringt Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 9  den Beruf des Werkstoffprüfers für zerstörungsfreie Prüfungen (ZfP) näher und weckt Interesse für einen weitgehend unbekannten Beruf.



Möhnesee. Dezember 2009 - Es war ein besonderer Schultag für die 9. Jahrgangsstufe der Möhnesee-Schule. Nicht Mathematik, Deutsch oder Geschichte stand auf dem Stundenplan, sondern Berufsorientierung im wahrsten Sinn des Wortes. Drei Gäste des Kooperationspartners  Applus RTD aus Bochum hatten sich auf den Weg an den Möhnesee gemacht und viel Zeit mitgebracht, um Schülerinnen und Schülern den Beruf des Werkstoffprüfers ganz praktisch vorzustellen.

Die etwa 50 Jungen und Mädchen der 9. Klassen wurden begleitet von Physiklehrerin Theresa Piechocinski und Berufsorientierungs-Koordinator Meinolf Padberg.

Sie hörten interessiert zu, als Brigitte Herschbach, Personalmanagerin für Zentraleuropa, das Unternehmen, seine Entwicklung und seine Arbeitsbereiche in einer Präsentation vorstellte. Für das Unternehmen Applus RTD, das mit über 8.200 Beschäftigten in 29 Ländern international tätig ist, hat der Beruf des Werkstoffprüfers eine große Bedeutung: Mit seinen Kenntnissen in zahlreichen Prüfverfahren sorgt der Werkstoffprüfer – ohne das Material dabei zu zerstören – u.a. dafür, dass Flugzeuge wie der Airbus sicher in der Luft bleiben, dass eine 18000 t - Bohrinsel trotz heftigstem Seegang hält, dass Gas mit Hochdruck und ohne Verlust durch die Pipelines gepumpt werden kann und dass immer leistungsfähigere Windkrafträder einwandfrei funktionieren.

                                             Werkstoffprüfer_Klasse

Mit der verantwortungsvollen Durchführung seiner Prüfaufgaben liefert der Werkstoffprüfer einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit von Menschen und Material sowie zum Umweltschutz in vielen Industriebereichen und verhindert Umweltkatastrophen in einer hochtechnisierten Welt, die auf sichere Technik vertraut. 200 ausgebildete Materialprüfer sucht Applus RTD zurzeit europaweit.

Katrin Specka, Marketingleiterin von Applus RTD, informierte die aufmerksamen Schülerinnen und Schüler der Möhnesee-Schule ausführlich über die Ausbildung in dem Unternehmen. Seit einigen Jahren bildet das Unternehmen selbst aus und unterstützt die Ausbildung auch finanziell großzügig. Den Auszubildenden wird garantiert, dass sie nach ihrer bestandenen Abschlussprüfung einen Arbeitsplatz als Werkstoffprüfer bei Applus RTD erhalten werden.

Die Informationen und Aktionen von Dipl.-Ing. Ralf Dix (Prokurist, Manager Sonderprüftechnik und Ausbildungsleiter in dem Unternehmen) fand schließlich großes Interesse bei den Schülerinnen und Schülern, als er – unter Mitwirkung von Schülern – zwei Prüfverfahren vorstellte:

  • Die Farbeindringprüfung offenbart Oberflächenfehler, indem zuerst Prüfmittel und anschließend Entwicklerflüssigkeit aufgebracht wird.
  • Bei der Magnetpulverprüfung wird das zu prüfende Objekt magnetisiert. Die anschließend aufgebrachten Metallspäne machen oberflächennahe Fehler sichtbar.

Werkstoffprüfer_Vortrag  Werkstoffprüfer_Gruppe  Werkstoffprüfer_Gruppe

Die Schülerinnen und Schüler waren beeindruckt, welche Schäden bei den mitgebrachten Objekten durch diese beiden Prüfmethoden deutlich sichtbar wurden. Am Ende der Veranstaltung waren alle zufrieden, denn die Fragen der Schülerinnen und Schüler zu den zahlreichen Prüfverfahren, zu Praktika und Ausbildung zeigten: Es wurde Interesse geweckt für einen vielseitigen, spannenden Zukunftsberuf.                                                                                       

                                               Werkstoffprüfer_Schüler   

Und die anwesenden Schülerinnen und Schüler waren sich einig: Werkstoffprüfer – ein starker Beruf!

Applus RTD konnte mal wieder bei diesem erfreulichen Treffen eine seiner „starken Seiten“ zeigen. „Wir freuen uns immer wieder, wenn wir die Möhnesee-Schule besuchen können und unsere Zusammenarbeit vertiefen können“, reflektiert Katrin Specka die etwas andere Dienstleistung an der Schule. „Wir als Spezialisten für den Bereich der zerstörungsfreien Prüfung sind schon viele Jahre in der Rekrutierung von qualifiziertem Nachwuchs aktiv. Und nun eröffnet uns die Zusammenarbeit mit der Möhnesee-Schule weitere Möglichkeiten den noch relativ unbekannten Beruf auf eine ganz besondere Art den Schulabgängern näher zu bringen. Mit informativen Vorträgen über das Unternehmen, den Beruf und der 3 ½ jährigen  Berufsausbildung haben wir das Interesse wecken können. Die volle Aufmerksamkeit haben wir dann durch die praktische Vorführung der beiden Prüftechniken erhalten, an denen die Schüler mit voller Begeisterung teilgenommen haben. Letztendlich haben uns dieses Interesse und die große Teilnahme der Schülerinnen und Schüler bewiesen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Hintergrund
 
Die kürzlich erschienene Ausbildungsmarkt-Bilanz der Bundesagentur für Arbeit (Oktober 2009) mit den Top Ten der am stärksten nachgefragten Ausbildungsberufe zeigt es wieder:
Seit vielen Jahren entscheiden sich viele Schülerinnen und Schüler immer wieder für nur wenige Ausbildungsberufe, obwohl es hunderte von Ausbildungsberufen gibt.

57% aller Ausbildungsplatzbewerberinnen und 39 % aller Ausbildungsplatzbewerber entschieden sich für einen Beruf in den Top 10. So mancher Ausbildungsplatz bleibt deshalb unbesetzt, weil Schülerinnen und Schüler viele interessante Berufe einfach nicht kennen, von denen der ein oder andere aber sehr gut zu den eigenen Stärken passen würde.

Der Werkstoffprüfer ist ein solcher spannender, aber eher unbekannter Zukunftsberuf. Es passt zu den Zielen von „Starke Seiten“, an dieser Stelle besonders auf ihn aufmerksam zu machen.

Mehr Informationen über den Beruf des Werkstoffprüfers gibt es hier: Applus RTD